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Neuansiedlung in Drittstaaten

Viele Flüchtlinge reisen zunächst in Länder, die ihnen keinen ausreichenden Schutz geben können oder wollen. Deshalb müssen sie von Drittstaaten aufgenommen werden, in dem ihre grundlegenden Rechte respektiert werden. Diese Neuansiedlung kann auch zur Lösung der Flüchtlingsproblematik beitragen. Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR arbeitet mit Regierungen und anderen Organisationen bei der Identifizierung von Flüchtlingen zusammen, die Hilfe für die Neuansiedlung in einem Drittstaat benötigen.

Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden Hunderttausende Ungarn, Chilenen, Ugander, Vietnamesen und Flüchtlinge aus Bosnien in Drittstaaten als Quotenflüchtlinge angesiedelt. Zehn Staaten auf der Welt führen in Zusammenarbeit mit UNHCR Jahresquoten zur Aufnahme von Flüchtlingen. Dies sind: Australien, Kanada, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, Schweden und die USA. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Ländern, die eine Zusammenarbeit mit UNHCR zur Aufnahme von Flüchtlingen für eine Ansiedlung eingeleitet haben.

UNHCR setzt sich dafür ein, dass immer mehr Länder Flüchtlinge zur Neuansiedlung nach einer festgelegten Quote aufnehmen. Die Gründe für eine Neuansiedlung von Flüchtlingen in einem Drittstaat können variieren: Entweder fühlt sich der Betroffene im Erstaufnahmeland nicht sicher und muss in einen Drittstaat kommen, um Schutz zu genießen, oder es liegen gesundheitliche Gründe vor. Oder der Flüchtling hat traumatische Erlebnisse gemacht und benötigt besondere Hilfe.

Junge allein zwischen zwei Staaten

Die Finnin Mai Salmenkangas arbeitete einige Jahre im UNHCR-Büro in der Türkei. Sie berichtet über die schwierige Situation von Flüchtlingen: Die meisten hatten kaum Geld für Essen und keine Arbeitsgenehmigung während des Asylverfahrens. Sie erinnert sich besonders an ein einsames Flüchtlingskind, dem sie in ihrer Zeit in der Türkei begegnet war.

Es war ein Junge, der in seinem Heimatland, dem Irak, seine Eltern verloren hatte. Nach ihrem Tod wurde er von verschiedenen Erwachsenen betreut. Als die Person, die sich um ihn gekümmert hatte, aus dem Land floh, folgte der Junge, doch ließ der Erwachsene ihn an der türkischen Grenze zurück. Der Junge saß fünf Jahre lang an der türkisch-irakischen Grenze fest und versorgte sich durch das Ausschenken von Tee an Grenzposten, bis er in einem Kinderheim in der Türkei Unterschlupf fand. Schließlich übernahmen ihn die Niederlande als Quotenflüchtling.

2002 half UNHCR 2.935 Flüchtlingen, die nicht in der Türkei bleiben konnten, bei der Neuansiedlung. Mehr als die Hälfte erhielt eine Aufenthaltsgenehmigung in den USA.

Die Türkei hat die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet, allerdings mit einer geographischen Einschränkung, weshalb lediglich europäische Flüchtlinge in der Türkei Schutz und Flüchtlingsstatus erhalten können. Flüchtlinge aus Ländern außerhalb Europas dürfen deshalb nur vorübergehend bleiben, sofern eine Ansiedlung in einem Drittstaat mit Hilfe von UNHCR möglich ist.

En vietnamesisk kvotflykting i skolan i Norge

Norwegen nimmt Flüchtlinge aus vielen Ländern zur Neuansiedlung auf, u.a. aus Vietnam.

© UNHCR / A. Hollmann