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"Was einen Flüchtling anbelangt, so bestätige ich unter Eid folgendes: Wenn ein Flüchtling aus deinem Land in meines kommt, wird er nicht zurückgeschickt werden. Einen Flüchtling aus dem Land der Hethiter zurückzuschicken ist nicht rechtens."

Erklärung eines Hethiterkönigs in einem Vertrag aus der Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus.

Geschichte des Asyls

Der Ausdruck Asyl stammt vom griechischen Wort "asylon" und bedeutet unverletzbar. Es gibt ihn seit mindestens 3500 Jahren. Um 1500 vor Christus gab es im Nahen und Mittleren Osten Staaten mit deutlichen Grenzen zu den Nachbarländern. Zwischen den Herrschenden wurden mehrere Verträge zum Schutz von Flüchtlingen geschlossen. So erhielt beispielsweise der von seinem Onkel abgesetzte Hethiterkönig Urhi-Teshup um 1300 vor Christus vom Pharao Ramses II. Asyl in Ägypten.

Im Alten Testament steht geschrieben, wie Gott Moses Anweisungen erteilt, sechs Städte als Zuflucht für verschiedene Flüchtlinge auszuwählen, sowohl für die Kinder Israels wie für Fremde und Besucher. Im Neuen Testament wird die Flucht Jesu und seiner Eltern nach Ägypten geschildert. In den frühen Jahren des Islam wurde der Prophet Mohammed und seine Anhänger von jenen, die ein Erstarken des Islam fürchteten, zur Flucht gezwungen. Sie erhielten Zuflucht in Medina. Von Anfang an hatte Asyl einen politischen und einen humanitären Aspekt.

Die moderne Asyltradition in Europa begann 1685, als 250.000 französische Protestanten (Hugenotten) aus Frankreich fliehen mussten und in verschiedenen Ländern Zuflucht fanden. Nach der Französischen Revolution im Jahr 1789 wuchs die Zahl der Flüchtlinge, die sich eher einer politischen als einer religiösen Verfolgung ausgesetzt sahen.

Fridtjof Nansen rettet Millionen Menschen

Durch den Ersten Weltkrieg wurden Flüchtlinge und Vertriebene in verschiedenste Länder verstreut. 1920 wurde der Völkerbund gegründet. Die Überzeugung, dass die internationale Gemeinschaft Verantwortung für die Flüchtlinge trägt, und es ihre Aufgabe ist, ihnen Schutz zu gewähren und Lösungen für ihre Probleme zu finden, stammt aus dieser Zeit. Der norwegische Diplomat und Polarforscher Fridtjof Nansen, der erste Flüchtlingskommissar des Völkerbundes, der 1921 ernannt wurde, legte den Grundstein für das gegenwärtige internationale System von Schutz und Hilfe für Flüchtlinge. Er betonte, dass es eine staatliche Aufgabe sei, menschliches Leid zu lindern, nicht nur eine Frage der Wohltätigkeit.

Im Auftrag des Völkerbunds leistete Fridtjof Nansen beeindruckende humanitäre Arbeit: Er organisierte weitreichende Hilfseinsätze zur Linderung der Not von Flüchtlingen. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielt Nansen den Auftrag, etwa 450.000 Kriegsgefangenen aus 26 Ländern bei ihrer Rückkehr zu helfen. Er bewältigte diese Aufgabe mit Hilfe von Freiwilligenorganisationen und Regierungen. Ohne seinen Einsatz wären viele Menschen aus Mangel an Essen und Kleidung gestorben. Nansen half auch vielen Menschen, die vor dem ethnischen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei geflohen waren und er rettete rund 30 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die in Russland nach einer Dürre und der Revolution vom Hungertod bedroht waren.

1922 wurde mit dem "Nansen-Pass" das erste international anerkannte Dokument eingeführt, das den Status von Flüchtlingen definierte. Im selben Jahr erhielt Nansen den Friedensnobelpreis. In den 1930er Jahren erhielten einige internationale Flüchtlingsorganisationen den Auftrag, Juden und anderen von den Nationalsozialisten Verfolgten bei ihrer Flucht zu helfen.

Flüchtlingsschutz - eine gemeinsame Verantwortung

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Länder der Welt fest entschlossen, niemals eine Wiederholung der Schrecken des Weltkriegs zuzulassen. Als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes wurde eine neue internationale Organisation gegründet: Die Vereinten Nationen (UNO).

Die Charta der Vereinten Nationen trat am 24. Oktober 1945 in Kraft. Sie schreibt als Ziel der UNO unter anderem fest, "die Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechts, der Sprache oder der Religion zu fördern und zu festigen".

Eine der ersten Aufgaben der UNO war die Ausarbeitung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die 1948 von der UNO verabschiedet wurde. In der Präambel der Charta erklären die Völker der Vereinten Nationen ihre Entschlossenheit, "künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren" und den "Glauben an die Grundrechte des Menschen, an Würde und Wert der menschlichen Persönlichkeit, an die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie von allen Nationen, erneut zu bekräftigen".

Menschenrechtsverletzungen sind häufig allererste Ursache für die Flucht von Menschen. Das Recht Asyl zu suchen ist in Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte festgeschrieben: "Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen."

Als die UNO 1945 den Völkerbund ersetzte, war von Anfang an klar, dass Flüchtlingshilfe eine internationale Aufgabe ist. In Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen sollten die Länder der Welt gemeinsam die Verantwortung für Menschen übernehmen, die vor Verfolgung fliehen. In einer Resolution aus dem Jahr 1946 unterstrich die Generalversammlung der UNO, dass kein Flüchtling oder Vertriebener, der gut fundierte Einwände gegen die Rückkehr in sein Heimatland vorbringt, zur Rückkehr gezwungen werden kann.

Gründung von UNHCR

Die UNO gründete 1947 eine neue Organisation, die Internationale Flüchtlingsorganisation (International Refugee Organization, IRO). Sie sollte die nach dem Zweiten Weltkrieg in ganz Europa verteilten 21 Millionen Flüchtlinge schützen. 1951 ersetzte die UNO-Generalversammlung die IRO durch das Flüchtlingskommissariat UNHCR. Die Satzung des UNHCR gibt die Leitlinien für dessen Aufgaben vor: Die wichtigsten sind der internationale Schutz von Flüchtlingen und die Suche nach dauerhaften Lösungen für sie. Erste Aufgabe des UNHCR war damals, für 1,2 Millionen europäische Flüchtlinge eine sichere Zuflucht zu finden.

1954 rief der damalige Flüchtlingskommissar Dr. van Heuven Goedhart den Nansen-Flüchtlingspreis ins Leben, um das Bewusstsein für die weltweit in der Flüchtlingshilfe geleistete Arbeit zu stärken. Der Preis wird jährlich vergeben und wurde nach dem Pionier der humanitären Flüchtlingsarbeit, Fridtjof Nansen, benannt.

Resedokument och 1951 års flyktingkonvention

Flüchtlingsausweis und Genfer Flüchtlingskonvention.

© UNHCR