Jeder hat das Recht, sich innerhalb eines Staates frei zu bewegen und
seinen Aufenthaltsort frei zu wählen.
Jeder hat das Recht, jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen
und in sein Land zurückzukehren.
Artikel 13
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat die Aufgabe, dauerhafte Lösungen für Flüchtlinge zu suchen. UNHCR unterstützt Flüchtlinge deshalb bei der freiwilligen Rückkehr in ihr Heimatland, bei der Integration im Erstasylland oder bei der Neuansiedelung in einem Drittstaat.
Viele Flüchtlinge kehren zurück, wenn sich die Situation in ihrem Heimatland stabilisiert. Das Recht auf ein sicheres Leben im eigenen Land und das Recht auf Rückkehr ins Heimatland gehören zu den grundlegenden Rechten. Wenn Flüchtlinge ihr Leben in der Heimat wieder aufbauen, dient dies der wirtschaftlichen Normalisierung des Landes, der Aussöhnung zwischen den verschiedenen Gruppen in vom Krieg gespaltenen Gesellschaften und trägt zur regionalen Stabilität bei.
Doch die Rückkehr von Flüchtlingen erfolgt häufig unter unsicheren und instabilen Bedingungen. Wenn UNHCR die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen unterstützt, setzt sich die Organisation für eine Gesetzgebung zum Schutz der Rechte und Interessen der Rückkehrer ein. UNHCR unterstützt die zurückkehrenden Flüchtlinge für einen Übergangszeitraum in ihrem Heimatland.
Nach vielen Jahren von Krieg und Verstößen gegen die Menschenrechte begannen Flüchtlinge aus Afghanistan im Jahr 2002, in ihr Heimatland zurückzukehren. Die erste Aufgabe von UNHCR war die Unterstützung der freiwilligen Rückkehrer mit Unterkünften und sauberem Wasser. 4,2 Millionen Afghanen kehrten zwischen 2002 und Ende 2005 aus den Nachbarländern Iran und Pakistan zurück. Dies ist das größte Programm zur freiwilligen Rückkehr, seit UNHCR 1951 seine Arbeit aufnahm.
UNHCR verteilte Decken, Winterkleidung, Brennstoff, Küchengeräte und Öfen an die Rückkehrer, damit sie den Winter besser überstehen konnten. Viele Rückkehrer und Binnenflüchtlinge in Afghanistan erhielten Zelte und Baustoffe für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Häuser. Die Organisation baute ferner Straßen und vorübergehende Unterkünfte. Darüber hinaus wurden Brunnen und Bewässerungskanäle in den Gebieten der heimkehrenden Flüchtlinge repariert.
Im Bildungs- und Gesundheitsbereich waren die Beiträge des UNHCR kleiner, da andere Organisationen die Hauptverantwortung trugen. Doch errichtete UNHCR elf Schulen im Norden und zwei im Westen Afghanistans. UNHCR unterstützte mit dem Aufbau von elf Krankenhäusern in den nördlichen und östlichen Landesteilen das Gesundheitswesen. Ein Teil der zurückkehrenden Flüchtlinge erhielt Saatgut, um die Felder zu bestellen.
UNHCR arbeitete mit den afghanischen Behörden bei der Bekämpfung der ethnischen Diskriminierung von Rückkehrern und der Klärung von Eigentumsstreitigkeiten zusammen, um die Rückkehr in ihre Häuser zu erleichtern.
Zur Koordinierung aller Hilfseinsätze für die bestmögliche Rückkehr der Afghanen arbeitet UNHCR mit den afghanischen Behörden, anderen UNO-Organen und Hilfsorganisationen zusammen. Die mangelnde Sicherheit in einigen Landesteilen ist ein großes Problem. Dies hing mit Kämpfen zwischen Warlords, Banditen und mit ethnischen Konflikten zusammen.
Die größte Gefahr für Rückkehrer herrschte in den nordwestlichen Landesteilen, während die größten Sicherheitsrisiken für das Personal der UNO und von Hilfsorganisationen im Süden, Südosten und Osten des Landes bestanden. Ende 2003 wurde die UNHCR-Mitarbeiterin Bettina Goislard in Ghazni ermordet, was zu erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der humanitären Helfer führte und die Hilfseinsätze schwieriger gestaltete.
Wegen Sicherheitsproblemen verstärkte UNHCR seine Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen und verließ sich mehr auf die örtlichen Behörden, denen man seither in verschiedener Weise geholfen hat.
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Rückkehrer in Afghanistan nach dem Ende der Taliban-Herrschaft. © UNHCR/N.Behring |