Zur Startseite von Last Exit Flucht

Der Nansen-Flüchtlingspreis

"Ohne Zusammenarbeit kann man auf der Welt nichts Großartiges oder Gutes erreichen."
Fridtjof Nansen


Im Jahr 1954 wollte Gerrit Jan van Heuven Goedhart, der damalige Hohe Flüchtlingskommissar, das Bewusstsein für die Arbeit stärken, die auf der ganzen Welt für die Flüchtlinge geleistet wird. Er führte einen Preis ein, der jährlich zu vergeben sein würde, und benannte ihn nach Fridtjof Nansen, dem Pionier der humanitären Flüchtlingshilfe.

Der 1861 geborene Norweger Fridtjof Nansen war Forscher und Wissenschaftler. Bekannt wurde er als Zoologe, Arktisforscher und Vorreiter der neuen Disziplin der Meereskunde.

Seit 1921 war Nansen zudem der erste Hohe Flüchtlingskommissar - eine Position, die der Völkerbund (die Vorläufer-Organisation der Vereinten Nationen) eigens für ihn einrichtete. Nansen half einer enormen Zahl von Menschen, die vor dem ethnischen Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei flohen und rettete rund 30 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die in Russland nach einer Dürre und der Revolution vom Hungertod bedroht waren.

1922 wurde mit dem "Nansen-Pass" das erste international anerkannte Dokument eingeführt, das den Status von Flüchtlingen definierte. Im selben Jahr erhielt Nansen den Friedensnobelpreis.

Einsatz rund um den Erdball

Überall auf der Welt setzen sich einzelne Menschen und Organisationen für das Wohl von Flüchtlingen ein. Dieses Engagement wird durch den 1955 erstmals vergebenen Nansen-Flüchtlingspreis geehrt. Der Preis soll Aufmerksamkeit auf die Flüchtlingsproblematik lenken und zu internationaler Hilfe und Zusammenarbeit ermutigen.

Im Jahr 1979 beschloss das Nansen-Komitee, der Auszeichnung ein Preisgeld hinzuzufügen. Mit dem Preisgeld sollen die Empfänger in Absprache mit UNHCR Projekte für Flüchtlinge verwirklichen.

Die folgenden Preisträgerinnen und Preisträger haben alle auf verschiedene Weise ihr Engagement im Dienst der Flüchtlinge bewiesen:

1954 - Eleanor Roosevelt (USA)
1955 - Königin Juliana der Niederlande
1956 - Dorothy D. Houghton (USA) und Dr. Gerrit J. van Heuven Goedhart, erster UN-Flüchtlingshochkommissar
1957 - Liga der Rotkreuz-Gesellschaften
1958 - David Hoggett (Großbritannien) und Pierre Jacobsen (Frankreich, posthum)
1959 - Oskar Helmer (Österreich)
1960 - Christopher Chataway, Colin Jones, Trevor Philpott und Timothy Raison (alle Großbritannien)
1961 - König Olav V. von Norwegen
1962 - Sir Tasman Heyes (Australien)
1963 - Internationaler Rat der Freiwilligenverbände (ICVA)
1964 - Dame May Curwen, François Preziosi (Italien, posthum) und Jean Plicque (Frankreich, posthum)
1965 - Lucie Chevalley (Frankreich), Ana Rosa Schliepper de Martinez Guerrero (Argentinien, posthum) und Jorgen Norredam (Dänemark, posthum)
1967 - Prinz Bernard der Niederlande
1968 - Bernard Arcens (Senegal) und Charles H. Jordan (USA, posthum)
1969 - Prinzessin Princep Shap von Nepal
1972 - Svana Fridriksdottir (Island)
1974 - Bischof Helmut Frenz (Chile)
1975 - Pfarrer James J. Norris (USA)
1976 - Dr. Olav Hodne (Norwegen) und Marie-Louise Bertschinger (Schweiz, posthum)
1977 - Malaysischer Roter Halbmond
1978 - Seretse Kharma (Botswana)
1979 - Präsident Valéry Giscard d'Estaing (Frankreich)
1980 - Maryluz Schloeter Paredes (Venezuela)
1981 - Generalmajor Paul A. Cullen (Australien)
1982 - Kronprinzessin Sonja von Norwegen
1983 - Präsident Mwalimu Juliaus Kambarage Nyerere (Tansania)
1984 - Kapitän Lewis M. Hiller, Jeff Kass und Gregg Turay (alle USA)
1985 - Kardinal Paulo Evaristo Arns, Erzbischof von Sao Paolo (Brasilien)
1986 - Das kanadische Volk
1987 - König Juan Carlos I. (Spanien)
1988 - Syed Munir Husain (Pakistan)
1991 - Dr. Paul Weis (Österreich, posthum) und Dr. Libertina Appolus Amathila (Namibia)
1992 - Präsident Richard von Weizsäcker (Deutschland)
1993 - Médecins sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen)
1995 - Graça Machel (Mosambik)
1996 - Handicap International
1997 - Sister Joannes Klas (USA)
1998 - Mustaf Dzemilev (Ukraine)
2000 - Jelena Silajdzic (Bosnien-Herzegovina), Abune Paulos (Äthiopien), Lao Mong Hay (Kambodscha), Miguel Angel Estrella (Argentinien) und die Freiwilligen der Vereinten Nationen (United Nations Volunteers - UNV)
2001 - Luciano Pavarotti (Italien)
2002 - Arne Rinnan, Kapitän der "Tampa", sowie Mannschaft und Reederei Wilhelm Wilhemsen (Norwegen)
2003 - Dr. Annalena Tonelli (Italien)
2004 - Menschenrechtszentrum "Memorial" (Russland)
2005 - Marguerite Barankitse (Burundi)

Fridtjof Nansen, första högkommissarien för flyktingar

Porträt von Fridtjof Nansen; Abbildung eines Nansen-Passes für Flüchtlinge.

© UNHCR