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Integration von Flüchtlingen in Deutschland

Im Rahmen des Zuwanderungsgesetzes, das am 1.1. 2005 in Kraft getreten ist, gibt es ein Angebot von staatlichen Integrationsmaßnahmen für Zuwanderer in Deutschland. Sie richten sich auch an anerkannte Flüchtlinge. Ein Integrationskurs, der verpflichtend ist, soll sowohl Alltagswissen, Kenntnis der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte Deutschlands, als auch des demokratischen Staatswesens und der Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, Gleichberechtigung, Toleranz und Religionsfreiheit übermitteln. Außerdem werden Sprachkurse angeboten.

Sprachkurse "das beste Mittel"

Ketema Wolde Georgis, Integrationsberater von der Flüchtlingshilfe Refugium in Braunschweig, meint, die Sprachkurse seien das "beste Mittel", das er an Integrationshilfe je erlebt habe. Die Beteiligten profitierten enorm. Auch der Anreiz einer Belohnung, z.B. dass bei Nachweis einer Teilnahme die Wartezeit für Migranten zur Einbürgerung verkürzt werde, sei positiv. Trotzdem bringe der Integrationskurs allein nicht genug. Besonders wichtig sei die gesellschaftliche Integration und Akzeptanz von ausländischen Mitbürgern und die Vertiefung der sozialen Kontakte zwischen Einheimischen und Ausländern.

Situation von "Geduldeten" problematisch

Ergänzend zum Integrationskurs gibt es die Migrationserstberatung, die bei Fragen zu Wohnungs-, Arbeitssuche und bei allgemeinen Problemen Hilfe bieten soll. Georgis findet diese staatliche Maßnahme auch für anerkannte Flüchtlinge "ganz nützlich", da auch Flüchtlinge natürlich Hilfe und Anleitung in Alltagsfragen brauchen.

Die Situation derjenigen, die noch im Asylverfahren sind oder aber nur eine befristete "Duldung" erhalten haben, sei wesentlich schwieriger. Asylbewerber wohnen oft über mehrere Jahre hinweg, bis ihr Verfahren beendet ist, in beengten Gemeinschaftsunterkünften. Sie bekommen dort regelmäßig Essenspakete, Kleidung und Hygieneartikel zugewiesen. Ein zusätzliches Taschengeld kann bei etwa 40 Euro im Monat liegen.

Bei der Wohnungssuche benachteiligt

Besonders in der Schule und bei der Wohnungs- und Arbeitssuche hätten es Flüchtlinge auch nach der Anerkennung imm Asylverfahren immer noch sehr schwer, als gleichberechtigt akzeptiert zu werden, betont Georgis. Ausländerquoten beim öffentlich geförderten Wohnungsbau führen oft zur Diskriminierung von Ausländern, die auf dem freien Wohnungsmarkt ein Zuhause finden müssen.

Einen Fonds, der Wohnungen speziell für anerkannte Flüchtlinge anbietet, wie etwa in Österreich, gibt es in Deutschland nicht.

Hausaufgabenhilfe, Sportprojekte und Regelung einer rechtlichen Vertretung

Private Initiativen, wie zum Beispiel die Flüchtlingshilfe Refugium in Braunschweig, versuchen denen zu helfen, die die staatlichen Maßnahmen nicht erreichen. Der Verein hilft neben anerkannten Flüchtlingen auch Menschen, die mit einer befristeten Duldung in Deutschland leben.

Refugium bietet z.B. Hausaufgabenhilfe für Kinder an, Sportmöglichkeiten und handwerkliche Kurse für Frauen, die ihre Sprachkenntnis fördern und ihr Selbstbewusstsein stärken sollen. Der Verein unterstützt beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, berät bei der Arbeits- und der Wohnungssuche.


Links:

www.refugium-braunschweig.de - Refugium Flüchtlingshilfe e.V., Braunschweig

www.bamf.de - Informationen über Integration, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge